Ängste und die totale Sonnenfinsternis

In der letzten Woche tauchten regelmäßig Ängste und Zweifel auf. Die Ängste beziehen sich ausschließlich auf die Ungewissheit, die mich erwartet.

Was ist, wenn….ich krank werde….keinen Stellplatz finde…..die GNR mich vertreibt….das Solarpanel nicht lädt…..die Gasflaschen nicht passen und ich friere…..ins Wohnmobil eingebrochen wird….ich mich heimatlos fühle….ich eine Autopanne habe…..ich mit englisch, französisch und spanisch nicht weiterkomme….

Die Zweifel betreffen überwiegend meine „großen“ Kinder. Werden sie ohne mich zurechtkommen? Was ist, wenn sie mich brauchen? Reicht telefonieren und skypen, um unsere sehr gute Beziehung aufrechtzuerhalten?

Aber auch um Johnny, mein Seelenpferd, kreisen die Gedanken. Wird er gut versorgt sein? Wird er nach mir suchen? Wird er mich wiedererkennen? Was ist, wenn ihm etwas zustößt und ich ihn nicht wiedersehe?

Manchmal erwischen mich die Sorgen um alle diese Dinge sehr kalt und ich zweifle meine Entscheidung an. Innerlich spüre ich jedoch, dass es kein Zurück gibt, dass ich fahren „muss“, dass meine Neugierde auf die Welt viel zu groß ist, um jetzt einen Rückzieher zu machen. Ich versuche an den Ängsten und Zweifeln zu arbeiten und sie aus dem Weg zu räumen. Unverhofft kommt mir heute Facebook zu Hilfe. Weiterlesen

Das Lied vom Scheitern

Es gibt 2 Dialoge, eher Monologe, bei denen mein Ironiedetektor defekt ist. Ich kann nicht einordnen, ob mein Gesprächspartner es ernst meint. Die erste Situation, wenn eine wirklich adipöse Person mir erzählt, wie ungesund vegane Ernährung sei.

Die zweite Situation, wenn eine Person mir das Lied vom Scheitern singt. Eine Person, die ihre diesbezüglichen Erfahrungswerte aus einschlägigen Auswandererformaten sammelt und faktisch ihren Popo nicht von der Couch bewegt. Ich bin mir nicht sicher, ob sie als Couchkartoffel das Scheitern vermeiden oder ob das Breitsitzen des Sofas das Scheitern impliziert?

In beiden Situationen hülle ich mich meist in Schweigen, weil ich wirklich nicht weiß, ob ich nicht doch veräppelt werde. Ich befürchte zwar, das dem nicht so ist, aber wer weiß das schon genau. Weiterlesen

Und wie machst du das finanziell, wenn ich mal fragen darf?

Sobald mein Gegenüber realisiert, dass ich nicht nur für 3 Wochen in Urlaub fahre, sondern auf unbestimmte Zeit die Welt bereisen werde, kann ich mir sicher sein, dass er mich nach meinen finanziellen Verhältnissen befragt. Anfangs reagierte ich gereizt, denn ich empfand diese Frage sehr intim und schließlich frage ich mein Gegenüber auch nicht, wie er seinen Lebensunterhalt bestreitet. Nach und nach werde ich gelassener, ignoriere die Frage einfach oder kontere mit Humor, indem ich darauf eingehe: „Gut, dass du das fragst. Ich habe etwas vorbereitet und du brauchst nur noch unterschreiben und den Betrag deiner monatlichen Unterstützung eintragen.“

Ich habe natürlich weder im Lotto gewonnen, noch geerbt und ein Banküberfall ist ebenfalls nicht Bestandteil meines Lebenslaufes. Meine Ersparnisse sind überschaubar.

Also warum kann ich reisen, obwohl andere es nicht können? Weiterlesen