Das Lied vom Scheitern

Es gibt 2 Dialoge, eher Monologe, bei denen mein Ironiedetektor defekt ist. Ich kann nicht einordnen, ob mein Gesprächspartner es ernst meint. Die erste Situation, wenn eine wirklich adipöse Person mir erzählt, wie ungesund vegane Ernährung sei.

Die zweite Situation, wenn eine Person mir das Lied vom Scheitern singt. Eine Person, die ihre diesbezüglichen Erfahrungswerte aus einschlägigen Auswandererformaten sammelt und faktisch ihren Popo nicht von der Couch bewegt. Ich bin mir nicht sicher, ob sie als Couchkartoffel das Scheitern vermeiden oder ob das Breitsitzen des Sofas das Scheitern impliziert?

In beiden Situationen hülle ich mich meist in Schweigen, weil ich wirklich nicht weiß, ob ich nicht doch veräppelt werde. Ich befürchte zwar, das dem nicht so ist, aber wer weiß das schon genau. Weiterlesen

Und wie machst du das finanziell, wenn ich mal fragen darf?

Sobald mein Gegenüber realisiert, dass ich nicht nur für 3 Wochen in Urlaub fahre, sondern auf unbestimmte Zeit die Welt bereisen werde, kann ich mir sicher sein, dass er mich nach meinen finanziellen Verhältnissen befragt. Anfangs reagierte ich gereizt, denn ich empfand diese Frage sehr intim und schließlich frage ich mein Gegenüber auch nicht, wie er seinen Lebensunterhalt bestreitet. Nach und nach werde ich gelassener, ignoriere die Frage einfach oder kontere mit Humor, indem ich darauf eingehe: „Gut, dass du das fragst. Ich habe etwas vorbereitet und du brauchst nur noch unterschreiben und den Betrag deiner monatlichen Unterstützung eintragen.“

Ich habe natürlich weder im Lotto gewonnen, noch geerbt und ein Banküberfall ist ebenfalls nicht Bestandteil meines Lebenslaufes. Meine Ersparnisse sind überschaubar.

Also warum kann ich reisen, obwohl andere es nicht können? Weiterlesen

Die Veränderung außen und innen

Genau kann ich den Zeitpunkt nicht benennen, doch im Herbst 2015 ließ die innere Unruhe nach und meine Gedanken beschäftigten sich vermehrt mit dem Thema reisen. Ich hielt es für Tagträumerei und nicht für ein reales Ziel. Schließlich habe ich Verpflichtungen in Form von Kindern, Beruf und noch dazu einen Pferdestall und gerade wegen letzterem ist ein verlängertes Wochenende kaum realisierbar, geschweige längere Abwesenheiten.

Zeitgleich zu dieser Träumerei wächst in mir das starke Bedürfnis auszumisten. Ich beginne mit dem vollgestopften Keller. Finde Teile, von denen ich nicht einmal mehr wusste, dass ich sie angeschafft hatte und nach einigen lukrativen Verkäufen bin ich nicht mehr zu stoppen. Schränke werden ebenfalls nach unnützem Kram durchforstet. Es fällt mir leicht mich von materiellen Gegenständen zu trennen. Ich verliere Ballast und mit jedem Stück das geht, Weiterlesen