Tag 395: Adieu Sprachabneigung

Seit 2 Wochen reisen wir durch Frankreich. Lassen uns treiben und verweilen an Stellen zu denen es uns zieht. Im letzten Oktober rasten wir in ein paar Tagen durch dieses wundervolle Land, insbesondere auch, weil ich die Sprache nicht spreche und ich eine Blockade hatte, auch nur ein Wort lernen zu wollen.

Das sieht jetzt ganz anders aus. Gleich am ersten Tage zwang ich den besten Mann mir die Aussprache zu erklären. Diese ganzen Endungen aus 3-5 Buchstaben, die aber nur 1 Lautbuchstabe sind….. Mir zwar immer noch unverständlich, warum ein z.B. eau(x) geschrieben werden muss, wenn ein O gemeint ist, aber nun gut. Das geschriebene Wort erschloss sich mir bereits im letzten Jahr. Hinzukommt, dass ich es nun sehr langsam, aber aussprechen kann. Ob es tatsächlich ein Muttersprachler versteht, sei dahingestellt.

Das tollste für mich, ich verstehe, wenn Menschen mich ansprechen. Das doofe, ich kann nicht wirklich antworten. Das wiederum tolle: Ich merke ich will antworten können. Und so entwickelte sich in den letzten 2 Wochen als erstes Mut, einfach die paar Brocken, die ich kann auch zur Anwendung zu bringen. Ich konnte sogar schon erklären, dass das nicht mein Hund ist, der hinter mir herläuft. Hörte sich vermutlich eher nach „nix mein Hund“ an, aber es wurde verstanden. Nur in der Boulangerie bestelle ich mindestens 2 Baguette. Denn die „Eins“ ist für mich nicht aussprechbar bzw. nur, wenn ich mir die Nase dabei zuhalte. Das übe ich lieber nicht in der Öffentlichkeit. Darum auch kaufe ich auch nur Baguette und kein Brot (Pain). Auch Pain klappt nur mit Nasenklammer.

Heute hatte ich jedoch ein echtes Erfolgserlebnis: Beim Spaziergang kamen wir an einer Pferdekoppel vorbei und die Pferde fesselten mich, denn sie wirkten klar und frei und unbenutzt. Ich blieb stehen. Die Pferde wurden gerade mit frischem Wasser versorgt und die beiden Franzosen luden mich auf die Koppel ein. Ich verstand wirklich jedes Wort, wie alt die Fohlen sind usw.  Und so konnte ich einen Moment mit Pferden genießen, die mit sich und er Welt zufrieden sind. Artgerecht ist nur die Freiheit bleibt jedoch weiterhin mein Motto.

Nach so vielen Jahren Abneigung der französischen Sprache will ich sie nun endlich sprechen lernen. Jetzt. Und das, wo ich auf die schneebedeckten Pyrenäen schaue und in den nächsten Tagen auf spanisch umschalten muss. Tja, so ist das Leben.